Zivildienst und Wehrpflicht evtl 2008 abgeschaft?

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Zivildienst und Wehrpflicht evtl 2008 abgeschaft?

Beitragvon Taladan » 12 Jan 2004 18:15

Huhu. Hab mal wieder in den Nachrichten rumgefuchtelt und da ist mir eine (Schreckens)-Nachricht aufgefallen.
Struck will ja die Bundeswehr bis 2010 umstrukruieren. So weit so gut. Durch die Umstrucktruierung fällt auch die (viel angeklagte) Wehrpflicht weg! Damit würde auch der Zivildienst wegfallen.
Meine Meinung ist:
Da eine Wehrpflicht nicht mehr Zeitgemäß ist, finde ich einen Wegfall sehr gut, bzw. angleichung auch für Frauen! (letzteres wird wohl NIE kommen).
Da die Zivildienstleistenden ungleich weniger (laut Malteser ca. 25-75% weniger als "echte" Arbeitskräfte) Verdienen, wird gerade in der Altenpflege dadurch ein Kollaps entstehen (geschweige den die ca. 150 Zivildienstleistungsstellen in der hisigen Irrenanstalt für schwer und schwerst Fälle) (na wißt ihr nun, wo ich weg komme *g*). Schon die geplante verringerung von 10 auf 9 Monate ist ein gewaltiger Kostenfaktor, da wesentlich früher neue Leute eingearbeitet werden müssen.
Als Gegenpart kann man gerade als junger Mann Stellung beziehen, den Zivildienst und Bundeswehr sind häufig ein starker Hemmfaktor bei der Nach-der-Ausbildung-Jobsuche. Jedoch sollte man da auch beachten, das es ab ca. 2008-2010 kaum genug Auszubildende (und damit drei Jahre später Arbeitnehmer und Studenten) geben wird. Wenn dieser Hemmfaktor wegfällt, werden dann Tatsächlich mehr jugendliche eingestellt? Gesamtwirtschaftlich ist dies mit einen klaren NEIN zu beantworten, den der Job wird ja trotzdem vergeben, nur halt an einen älteren/anderen. Meine persönliche Erfahrung, war, es keinen größeren Unternehmen gestört hat, das ich noch zum Bund mußte. Auch nicht als ich gegangen bin. *erinnert sich an die Tränen in den Augen seines Chefs*

Fazit: ich denke man sollte die Wehrpflicht fallen lassen (ist eh quack, da, bevor Deutschland Wehrpflichtige Soldaten einsetzen muß, die normalen Soldaten schon auf ihre Roten Knöpfe gedrückt haben). Jedoch sollte es eine Zivildienstpflicht geben und diese ruhig auch etwas länger. Ich denke da weniger an die Wirtschaftlichen Auswirkungen, sondern mehr auf die Auswirkung auf die Jugendlichen. Ein großteil der Jugendlichen die ich heut zu Tage kennen lern (und das sind nicht wenige), kenn "hilfe", "selbstständig arbteiten" und "nächstenliebe" nur aus Märchen und Legenden. (eine 20-jähriges Mädchen, das noch nicht mal kochen kann, aber ein Kind zu Welt bringen will; ein 18 jähriger Junge, der nur im Werkunterircht gelernt hat, wie ein Hammer aussieht, aber Tischler werden will; ein 19 jähriges Mädchen, welches sich von Mutter noch Schulranzen packen, Butterbrot schmieren, Haut von Pudding abziehen und zur Schule fahren läßt!!!) Nach den Z-Dienst sieht das bei ihnen anders aus. Sie werden halt entsprechend geprägt und leren auch mal selbst etwas zu tun. Ok die Beispiele sind extreme, aber bestimmt nicht so selten wie einige denken (hab ne zeitlang viel ehrenamtliche jugendarbeit an Jugendlichen als Jugendlicher geleistet; bin nu zu alt, werde kaum noch akzeptiert als gleich gestellter)

Was ist eure Meinung dazu?
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Beitragvon Gargoyle » 13 Jan 2004 10:16

Da kann ich dir nur zustimmen.
Der Schrittweise Aufbau einer freiwilligen Berufsarmee ist sicherlich von Vorteil. Jetzt bezieht die Bundeswehr ihren Nachwuchs an Unteroffizieren und Offizieren zum Großteil aus Wehrpflichtigen.
Aber auch wenn wir eine freiwillige Berufsarmee haben und die Nachwuchsgewinnung attraktiv gestalten werden wir ausreichend qualifiziertes Personal bekommen.
Für Auslandseinsätze ist die Belastung dann aber höher für die Soldaten.
Bisher konnte man viele freiwillige Wehrpflichtige zu einem Auslandseinsatz gewinnen.
Wenn ein Berufssoldat dann im Rhytmus von 2 Jahren damit rechen muß für 6 Monate von seiner Familie getrennt zu sein ist das schon hart.
In diesem Gesichtpunkt sollte man dann auch noch arbeiten um Berufssoldaten auch ein einigermaßen normales Familienleben zu ermöglichen.
Soldat zu sein bedeutet zwar auch zurückzustecken was Famile angeht, aber was bringt es mir wenn ich in einer Armee nur durchgeknallte Rambos
habe die keinen Sinn für Familie haben.
Als Soldat sollte man wissen wofür man dient, und das ist für mich meine Familie und Freunde.
Ich bin sicherlich auch Soldat weil es für mich viele soziale Vorteile hat, aber in erster Linie steht immernoch die Familie.

Der Zivildienst ist und bleibt eine gute Alternative zur Wehrdienst.
Meiner Meinung nach sollte man diese Monate beibehalten.
Im Prinzip ist es egal ob man Wehrdienst oder Zivildienst macht, aber es sollte wirklich jeder zu sowas herangezogen werden.
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Beitragvon Tastaro » 13 Jan 2004 10:33

Prinzipiell kann man zustimmen.
Die Wehrpflicht wie sie heute ist kann man kicken. Denn a) ist sie für eine vernünftige Ausbildung zu kurz und b) ist sie nicht mehr für alle.
Einem Zivildienst für alle, kann ich auch nur Zustimmen. Unser Sozial- und Pflegesystem braucht einfach billige Arbeitskräfte und sicher ist es für jeden auch ein guter Teil Lebenserfahrung.
Was ich nicht verstehe ist, warum immer wieder die Diskussion aufkommt, dass man auch Frauen zu so etwas heranziehen will.
Ich denke, dass Frauen durch die Sache mit den Kindern genug für den Staat leisten, als dass man sie auch noch mit weiteren Diensten belasten sollte.

Alle die sagen: Frauen zum Wehrdinst/Zivildienst, sollen sich bitteschön erst mal Kinder zulegen und damit etwas für sich und unsere Rente tun.

Beste Grüße
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Beitragvon Tandriin » 13 Jan 2004 11:02

*grins* Da ich Wehrdienst verweigert hab und die Zivis mich noch net wollten bin ich natürlich für die Abschaffung von beidem :D ;)
Look asking me to do performance evaluations is ridiculous. I am the first to admit I don't know who these people are nor do I care to. Look if you like I could take you down the hall to the labs and just point to the people who annoy me more than the rest but that's about as useful as I get
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Beitragvon Hefe » 13 Jan 2004 14:33

Ich werde meinem Vaterland noch Dienen duerfen, und werde meine Pflicht erfuellen! :thump:
Ich bin ein offenes Buch, die Polizei fahndet gerade nach den Autoren.
Ein Glas ist entweder leer oder ich sorge dafuer, dass es leer wird.
Maenner verstecken sich hinter ihren Muskeln vor sich selbst.
Wenn man jeden Tag säuft ist Alkohol auch ne Dauerlösung.
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Beitragvon Taladan » 13 Jan 2004 14:38

Das Thema Kinder finde ich hier eigendlich fehl am Platze:

Pro
Klar, Kinder sind die Rentenzahler der zukunft!
Contra
Wie viele Frauen sind Karierre/Freizeitgeil heut zu tage, das sie erst (körperlich unzumutbar und fürs kind bereist gefährlich) spät, also ab 30 Jahre ein Kind zur Welt bringen.

Gerade vielen jungen Frauen würde ein Zivildienst mehr bringen als den Männern, gerade WEGEN den Kindern. Den dort lernen sie, Windeln zu wechseln (oki, ein kind ist etas kleiner), Haushalte zu führen und Menschen rein zu halten!. Nur weil Frauen den Segen (und Sorgen) des Kinder kriegens haben, dürfen sie sich nicht damit schützen, wie mit einen Schutzschirm.

Denn auch Männer tun etwas dafür (und wenn es die Unterhaltszahlungen sind für das Kind, was sie gar nicht haben wollten).

Ich will nicht sexistisch klingen, aber Frauen sind weder das schwächere Geschlecht, noch dümmer, noch verantwortungsloser, noch haben sie mehr zu tun als wir Männer.

UND

Faktum ist, das nach wie vor immer noch der Mann den Großteil des Geldes nach hause bringt und die Frau Haus und Heim hütet (Ausnahmen bestätigen die Regel). Ich will nicht sagen, das Haus und Heim hüten leicht ist (ich habe selbst eine eigene Wohnung als Singlemann). Wie sollen Frauen darauf vorbereitet sein, wenn sie durch ihre Mami häufig nur verhätschelt werden (ist häufiger der Fall als die meisten denken, statistisch werden gerade jugendliche Mädchen nur zu 35 % zur regelmäßigen Haushaltshilfe herbei geholt, während gleichaltrige jungen auf 40% kommen!) ich sehe immer wieder ein Fiasko, wenn eine junge Frau versucht ihren Haushalt allein zu hüten. Bei meiner Exverlobten sieht es schlimmer aus (nicht unordendlich, sondern dreckig), als bei mir und schließlich ist sie die Frau mit Kind (nicht meins). Wo hat sie was für das Sozialwesen getan!!!
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Beitragvon Tastaro » 13 Jan 2004 15:28

@Taladan: Ich kann Dir in keinem der Punkte Zustimmen. Einen Haushalt zu führen, insbesondere wenn auch noch Kinder da sind, ist ein knallharter Job, den ich nicht auf Dauer machen möchte.

Außerdem ist die Aussage mit den Männern die die Kinder nicht haben wollen wohl etwas heftig. Zum Kinder machen gehören immer zwei.

Wie sauber jemand seine WOhnung hält hat mit der Erziehung im Elternhaus zu tun und nix mit Bundeswehr oder Zivildienst.

Achja: Und Frauen, die zwei Kinder großziehen und Tag und Nacht ohne Urlaub für sie da sind und sich bemühen sie ordentlich zu erziehen, die HABEN mehr zu tun als wir Männer. So, und bevor Du Dich traust dieser Aussage zu widersprechen sage ich nur: Heiraten, Kinder zulegen und staunen.

Beste Grüße
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Beitragvon Taladan » 13 Jan 2004 17:22

Ich brauch nicht heiraten um zu wissen, wie hart es ist, Kinder groß zu ziehen.

Zum Kinder kriegen gehören zwei! Das ist richtig. ABER wenn ein Mann nach einer Beziehung oder gar nur einen One-Night-Stand das Kind nicht mehr haben will. Ich sehe das nicht nur aus den Gesichtspunkt eines (fast geschädigten) Mannes. Wenn nie über ein Kind gesprochen wird, warum soll er dann dafür bezahlen! Immerhin hat in der Regel die Mutter sorgerecht und pflicht. Der Vater hat nix der gleichen. Und Sex wird in der heutigen menschlichen gesellschaft bestimmt nicht zur Fortpflanzung (das ist nur ein angenehmer nebeneffekt) sonder zum Austausch von intimen Momenten, von Liebesbeweisen bis hin zum Frust raus lassen und "beziehungsretter" genutzt. (mit dieser Begründung hat ein bekannter von mir die Zwangs-unterhaltszahlung sogar unterbinden können; er zahlt aber trotzdem für den Kleinen, aber nicht für die Mutter!)

Die spätere Reinlichkeit hat wohl viel mit der erziehung zu tun, aber ich kenne KEINEN Soldaten (oder zivildienstleistenden), bei den es so Schlimm zu Hause aussah wie bei manch einen Mädchen, wenn sie auszieht. Eben, weil selbst in einen halben jahr nur, kann man alle Grundbegriffe der Reinlichkeit erlernen.

Achja: Und Frauen, die zwei Kinder großziehen und Tag und Nacht ohne Urlaub für sie da sind und sich bemühen sie ordentlich zu erziehen, die HABEN mehr zu tun als wir Männer. So, und bevor Du Dich traust dieser Aussage zu widersprechen sage ich nur: Heiraten, Kinder zulegen und staunen.

=wiederspruch
Kinder sind nicht nur eine Last, das darfst du nicht vergessen. Meiner einer hat sich sogar schon Geld als Babyzitter nebenbei her verdient (ja das machen auch kerle). Ich weiß, wie schwer es ist. Doch wir schweifen von Thema ab. Immerhin geht es hier net um Mutter sein/werden, sondern eher, warum FRAUEN nicht Zivildienst leisten sollen.

Nur weil sie Kinder kriegen KÖNNTEN? Ich für meinen Teil sage, das es weder ein Grund noch ein Hindernis ist. Immerhin sage ich ja nicht, das Frauen/Männer MIT Kindern Zivi-Dienst leisten sollen (das wäre net gut). Und Frauen schreien doch häufig nach Gleichberechtigung, dann Bitte aber auch die negativen Seiten!!!
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Beitragvon AurraSing » 13 Jan 2004 17:45

Stellt sich die Frage warum andere Länder ohne Wehrpflicht und freiwilliges Soziales Jahr auskommen... :roll:
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Beitragvon Tastaro » 13 Jan 2004 18:59

@Taladan: Schön, dass Du schonmal Babysitter gemacht hast. Doch wenn Du meinst, Du weistt dadurch wie es ist Mutter zu sein, dann hast DU Dich aber heftigst getäuscht. Das ist so, als ob jemand, der schonmal "IF" am computer getippt hat, meint er weiss wie der Job eines Softwareentwicklers ist. Oder einer der schonmal zwei Steine aufeinander gesetzt hat, weiß wie der Beruf eines Maurers ist.
Jemand der sein Kind erzieht muss notfalls 24h am Tag für es da sein. Ohne Pause und ohne Urlaub und gan unabhängig davon, ob man nun Lust dazu hat oder nicht.

Allerdings beende ich die Dieskussion an dieser Stelle, da Deine Argumente zu wenig fundiert sind und es völlig unmöglich ist gegen eine Stammtisch - Argumentation anzureden(schreiben).


@Aurra: Dann guck Dir mal die Sozialsysteme in den anderen Ländern an, dann wiesst DU wie das geht.

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Beitragvon Taladan » 14 Jan 2004 10:17

@Aurra: Kann Tastaro nur zustimmen. Schau dir deren Sozialsystem an, dann weißt du es. Kleiner Tip: Sozialsystem? Was ist das? (zumindest in den meisten Ländern)

@Tastaro: Mir ist klar, das Mutter sein und Babysitter zwei unterschiedliche paar Schuhe sind, aber ich bin der Meinung, das "Mutter werden können" und damit verbundene Arbeit eine Frau nicht von allen negativen fern halten soll.
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Beitragvon Therlane » 14 Jan 2004 22:16

1) Zivildienst ist Verschwendung von Humankapital.
Im Wesentlichen tauscht der Zivildienst ein Jahr produktive Tätigkeit zum Wohle unserer Gesellschaft gegen ein Jahr organisiertes und unterbezahltes Nichtstun ein. Es muss sich schon um eine ganz üble Person handeln, die in dem Berufsjahr, das sie alternativ durchgemacht hätte, weniger produktiv wäre als im Zivildienst.

2) Arbeitsplätze gibt es viele. Sogar mehrere Millionen, wenn man endlich das Preiskartell am Arbeitsmarkt aufbricht und die Voraussetzungen für einen Niedriglohnsektor schafft - also entweder eine einkommensunabhängige Grundsicherung oder eine Lohnsubvention á la Ifo-Institut, (Hans-Werner Sinn schildert den Vorschlag zum Existenzgrundlagengesetz, das im Dezember im Vermittlungsausschuss scheiterte, in seinem Buch "Ist Deutschland noch zu retten" oder in den spannenden Multimedien auf der Internet-Präsenz des ifo-Instituts.

3) Arbeitskräfte werden dringend in ihren produktivsten Tätigkeiten gebraucht. Dort, wo sie am meisten Steuern zahlen (wenn sie nicht gerade schwarz arbeiten) und zur Finanzierung der Sozialkassen beitragen.

4) Nach einer Studie des Malteser-Hilfsdiensts, (SZ oder FAZ von gestern, denke ich) sind die Mehrkosten für Verbände und Sozialträger infolge der Abschaffung des Zivildienstes nur sehr begrenzt. Das rühre einerseits aus der unflexiblen Einsetzbarkeit der Zivildienstleistenden - 8-Stunden-Block statt Schichtdienst - zum andern aus der sehr viel geringeren Produktivität im Vergleich zu geringfügig Beschäftigten und zuletzt aus der ausgeprägten Neigung Zivildienstleistender, Schäden an Geräten und Ausrüstung herbeizuführen.
Alles Dinge, die ich so aus meiner Erfahrung bestätigen kann, und die auch genau dem entsprechen, was ich aus Gesprächen mit anderen Zivildienstleistenden erfahren habe.

5) Zivildienst ist eine drastische Einschränkung der persönlichen Freiheit. Das gilt auch für den Wehrdienst. Schon allein deshalb sind beide unter Generalvorbehalt zu stellen.

Und damit Basta! :D

edit:
6) Bleibt das Problem, wo man dann die Soldaten für die Berufsarmee herkriegt, wenn man sie nicht "aus dem Wehrdienst" übernimmt...
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Beitragvon Headhunter » 14 Jan 2004 22:27

Bei dem was der Bund zahlt, kannst du davon ausgehen das sih genug Leute finden werden, die Soldat werden wollen. Warum?
1. Man ist als Soldat Beamter mit allen Vorteilen
2. Krankenversicherung ist überflüssig, da man einfach beim Bund zum Arzt gehen kann.
3. Verpflegung ist fast umsonst, als Soldat zahlt man nur ein paar € im Monat, kaum der Rede wert und schlecht ist es nicht unbedingt, kommt auf den Standort an.

Das sind die offensichtlichsten Vorteile, als ich beim Bund war, hatten wir 2 Oberfeldwebel bei uns in der komaonie, die sich ihr eigenes Haus kaufen konnten und es durch ihr Gehalt abbezahlt haben! Also ist das schon recht lukrativ, wenn man es so sieht, man hat zwar Einschränkungen in anderen bereichen, aber die sind halb so wild.
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Beitragvon Taladan » 15 Jan 2004 12:30

Wenn es wirklich so ist, das Sozialbeiträge bei Abschaffung von Zivildienst/Wehrplicht so bleiben wie sie sind, dann bin ich voll dafür (dann aber auch für alle drei Geschlechter), aber wenn dadurch höhere Kosten entstehen, dann nicht.
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Beitragvon Therlane » 15 Jan 2004 13:16

Taladan hat geschrieben:Wenn es wirklich so ist, das Sozialbeiträge bei Abschaffung von Zivildienst/Wehrplicht so bleiben wie sie sind, dann bin ich voll dafür (dann aber auch für alle drei Geschlechter), aber wenn dadurch höhere Kosten entstehen, dann nicht.


Das ist natürlich mal wieder das Übergangsproblem: Auf kurze Sicht müsste die Abschaffung der Wehrpflicht die Sozialbeiträge und die Ausgaben des Staates erhöhen, weil eine Alterskohorte nicht als billige Arbeitskräfte zur Verfügung steht und zugleich die selbe Kohorte ein Studium aufnimmt oder sonstige Transferleistungen vom Staat bekommt. Dieser Effekt wird dadurch abgemildert, dass die neuen Beschäftigten der Sozialträger Beiträge zahlen, oder - bei zu geringem Einkommen - wenigstens dem Staat nicht mehr "auf der Tasche liegen".
Abgesehen davon dürfte kurzfristig eine Knappheit an Ausbildungsplätzen entstehen.

Alles das gilt natürlich nur, wenn nicht gleichzeitig, wie gesagt, am Arbeitsmarkt die entscheidenden Reformen gemacht werden. Die würden letztlich die Steuer- und Abgabenlast um einige Prozente senken.

Spätestens nach fünf Jahren, wenn die "Wehrdienstkohorte" unbeschränkt dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht, wird die Abschaffung der Wehrpflicht sogar ohne Arbeitsmarktreformen zu mehr Spielraum für sinkende Steuern und Abgaben führen.

Das ganze muss man natürlich im Umfeld der demographischen Entwicklung in Deutschland betrachten. Eigentlich können mittel- bis langfristig die Sozialbeiträge wegen der Überalterung gar nicht sinken, selbst bei geeigneten Reformen; es kann höchstens ihr Anstieg gebremst werden.
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Re: Zivildienst und Wehrpflicht evtl 2008 abgeschaft?

Beitragvon Therlane » 15 Jan 2004 13:26

Taladan hat geschrieben:(...)Ich denke da weniger an die Wirtschaftlichen Auswirkungen, sondern mehr auf die Auswirkung auf die Jugendlichen. Ein großteil der Jugendlichen die ich heut zu Tage kennen lern (und das sind nicht wenige), kenn "hilfe", "selbstständig arbteiten" und "nächstenliebe" nur aus Märchen und Legenden. (eine 20-jähriges Mädchen, das noch nicht mal kochen kann, aber ein Kind zu Welt bringen will; ein 18 jähriger Junge, der nur im Werkunterircht gelernt hat, wie ein Hammer aussieht, aber Tischler werden will; ein 19 jähriges Mädchen, welches sich von Mutter noch Schulranzen packen, Butterbrot schmieren, Haut von Pudding abziehen und zur Schule fahren läßt!!!) Nach den Z-Dienst sieht das bei ihnen anders aus. Sie werden halt entsprechend geprägt und leren auch mal selbst etwas zu tun. (...)


Natürlich lernt man, gerade beim Zivildienst, sehr viel. Als Akademikerkind hätte ich ohne Zivildienst eigentlich keine Ahnung davon, wie Arbeiten im "sozialen" Bereich aussieht. Unbezahlbar ist das aber nicht, und eigentlich dürfte das auch den allerwenigsten Menschen für ihr Leben weiterhelfen.
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Beitragvon AurraSing » 15 Jan 2004 15:53

OMG klar Z-Dienst die Lösung aller Probleme. :shock:
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Beitragvon Taladan » 15 Jan 2004 17:15

Nö. Davon einmal abgesehen, wenn wir schon mit Zukunft anfangen, sollte man auch bedenken, das z. Z. immer mehr Grundschulen und untere Erweiterungschulklassen unterbesetzt sind (nicht Lehrer, sondern Schüler). Warum, ganz einfach, Deutschland hat kaum Jugendliche (was ich bei meiner Familie kaum vorstellen kann. Allein in meiner Genereration rennen allein von meiner Oma direkte Abkömlinge über 230; bei letzter zählung; herum. Icke <- Jüngste).
In 6-10 Jahren haben Unternehmen dann kaum Auszubildende. Prognosen bei gleichen Azubi/Studie-Verhältnis sprechen von über 30 % Lehrlingsmangel. Weitere 10 Jahre weiter gedacht, fehlen massiv junge Arbeitnehmer und damit Zahler für die "Alten" und genau das ist es, was die Politiker jetzt so nervös macht. Über kurz oder lang wird es evtl. keine Staatliche Rente mehr geben (außer Mindestrente, wenn überhaupt) und wir werden bestimmt bis 70 oder noch länger Arbeiten müssen.
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Beitragvon Therlane » 15 Jan 2004 19:59

Taladan hat geschrieben:Prognosen bei gleichen Azubi/Studie-Verhältnis sprechen von über 30 % Lehrlingsmangel. Weitere 10 Jahre weiter gedacht, fehlen massiv junge Arbeitnehmer und damit Zahler für die "Alten" und genau das ist es, was die Politiker jetzt so nervös macht. Über kurz oder lang wird es evtl. keine Staatliche Rente mehr geben (außer Mindestrente, wenn überhaupt) und wir werden bestimmt bis 70 oder noch länger Arbeiten müssen.


Das hängt wesentlich davon ab, was die Politik macht. Man könnte das Rentenniveau zum Beispiel konstant halten (inflationsbereinigt), oder gar entsprechend der dynamischen Rentenformel erhöhen, indem man die Beiträge verdoppelte. Genau das verlangt auch die Gesetzeslage, da in durch Beitragszahlungen erworbene Rentenanwartschaften nicht nachträglich eingegriffen werden kann (nach einem Urteil des BuVerfG). Genau das hat die Regierung zwar jüngst gemacht, aber immerhin wird darüber, ob das rechtmäßig war, in Karlsruhe demnächst wieder verhandelt werden.

Jede Reform, die (langfristig) zu mehr Beschäftigung und wirtschaftlicher Dynamik führt, ist dabei geeignet, den Anstieg der Beiträge zu bremsen. Langfristig zu wirtschaftlicher Dynamik führen allerdings keine Steuerreformen und keine (vorübergehend) gesenkten Sozialbeiträge, sondern nur solche Reformen, die die Voraussetzungen für Beschäftigung schaffen. Siehe das Konzept des ifo-Instituts, dem sich übrigens der Sachverständigenrat angeschlossen hat.

Das impliziert natürlich - für uns vernünftige Bürger - ein entsprechendes Wahlverhalten. Und es gibt tatsächlich eine Partei, von der eher als von anderen Parteien zu erwarten ist, dass sie das Tarifkartell aufbricht und die Voraussetzungen für einen Niedriglohnsektor schafft. ;)
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Beitragvon Taladan » 16 Jan 2004 10:25

Aha. Und welche Partei soll das sein? Bestimmt keine von den Regierenden! Zudem gesenkte Beiträge immer bedeutet, das dem Verbraucher mehr geld in den Taschen bleibt und damit mehr Geld zum Ausgeben hat. Dann geht es den Einzelhandel besser, danach den Großhandel und zu guter letzt auch wieder den Zulieferer- und Erzeugerfirmen, was wiederum langfristig Arbeitsplätze sichert und schafft.
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Beitragvon Therlane » 16 Jan 2004 12:53

Taladan hat geschrieben:Aha. Und welche Partei soll das sein? Bestimmt keine von den Regierenden! Zudem gesenkte Beiträge immer bedeutet, das dem Verbraucher mehr geld in den Taschen bleibt und damit mehr Geld zum Ausgeben hat. Dann geht es den Einzelhandel besser, danach den Großhandel und zu guter letzt auch wieder den Zulieferer- und Erzeugerfirmen, was wiederum langfristig Arbeitsplätze sichert und schafft.


Die Partei, die über den Bundesrat auch das Existenzgrundlagengesetz in den Vermittlungsausschuss gebracht hat (und damit gescheitert ist). Es ist ja bekannt, wer im Bundesrat die Mehrheit hat. Hoffentlich hat sie bei der nächsten Bundestagswahl nicht wieder so einen Sch****kandidaten. :(

Diese Kreislaufrechnung "Niedrige Steuern" - "Mehr Konsum" - "Mehr Jobs" - "Mehr Konsum" - "Mehr Jobs" ... trifft nur bedingt zu, beziehungsweise nur kurzfristig, also bis ein anderer Effekt das ganze abgebremst oder umgekehrt hat:
Wird mehr konsumiert, wird weniger gespart. Dieses Geld fehlt am Kapitalmarkt, was zu höheren Zinsen führt, die die Kosten der Unternehmen in die Höhe treiben, die dann wiederum die Preise erhöhen oder die Löhne senken (oder Leute entlassen).

Das ist im Wesentlichen der Grund für die 3%-Neuverschuldungsgrenze im Maastricht-Vertrag, und es ist auch der Grund dafür, dass so viele Ökonomen "ausgeglichene Haushalte" fordern. Denn der Staat holt sich sein Geld auch am Kapitalmarkt, und höhere öffentliche Schulden sind auch ein Grund für steigende Zinsen, wenn nicht gar der Grund.


Die beschriebene Betrachtungsweise ist die Grundlage der "neoklassischen", angebotsorientierten Schule der Ökonomie, die derzeit unter Ökonomen am meisten verbreitet ist. Es gibt auch andere Schulen, die das ganze ganz anders sehen.
Zuletzt geändert von Therlane am 16 Jan 2004 13:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon AurraSing » 16 Jan 2004 13:03

Ich habe gestern köstlich gelacht, als ich gehört habe, dass die freiwilligen Dienste weiter ausgebaut werden sollen. Als wenn man Z-Dienst dadurch auch nur halbwegs ersetzen könnte. Zumindest wurde es so dargestellt als wenn es möglich ist. Nehmen wir nur mal das THW, wo ich noch 2 1/2 Jahre verbringen kann/darf/muss. Wir sind bei uns im Ortsverband ca. 50 Leute und davon machen es grade mal 5-8 Leute freiwillig der Rest ist sofort weg wenn die die Pflichtzeit um ist. Da kann man sich dann mal überlegen was ausm THW wohl werden wird wenn Z-Dienst/Wehrdienst komplett gestrichen wird. Weil aus anderen Ortsverbände höhere ich ähnliche Dinge. Und der so hochgepriesene Hochwassereinsatz in S-Frankreich war sicherlich ein tolle Sache für die Betroffen Bürger, aber von der Planung und Umsetzung her muss es eine echt große Katastrophe gewesen sein.
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Beitragvon Therlane » 16 Jan 2004 13:09

Hmm, also ich finde, dass es ein politisches Ziel ist, dass Menschen freiwillig zu THW, Sozialträgern oder dem Bund gehen. Ich glaube, das ist es auch, was immer "Zivilgesellschaft" genannt wird.
Natürlich ist Zivildienst Zwang, aber engagieren sich Menschen nach dem Zivildienst tendentiell eher? Beim Bund kann ich mir ja noch vorstellen, dass sich ausreichend Leute von den Aussichten auf Gehalt und Nebenleistungen anziehen lassen.

Oder gibt es andere Maßnahmen, liegt es vielleicht gar an ganz anderen Sachen, ob es in einer Gesellschaft bürgerliches Engagement gibt?
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Beitragvon AurraSing » 16 Jan 2004 13:40

Es ist ja ganz klar das ohne freiwilligen Dienste bei uns in der Gesellschaft nix gehen würde. Aber bitte diese freiwilligen Dienste dort belassen wo sie auch notwendig sind. z.b. Trainer einer Fußball Jugendmannschaft ist für mich auch schon ein freiwilliger Dienst. Und klar Organisationen wie THW, DRK, Freiwillige Feuerwehr etc pp sind auch alle auf freiwilligen Dienste angewiesen.
Aber es kann nicht sein, dass man durch einen freiwilligen Dienst unsere Sozialsystem z.B. der Kranken/Altenpflege kostengünstig am laufen lassen will. Da gehören für mich qualifizierte und ausgebildete Festangestellte hin und es gibt ja auch inzwischen Untersuchungen, dass diese Festangestellen nicht mehr so viel teuerer sind als ein Zivi, da Zivis in ihrer inzwischen kurzen Zeit z.B. erstmal angelernt werden müssen das ist bei einem Festangestellten nicht der Fall. Außerdem ist es für die betreuten Menschen schön alle 5 bis 6 Monaten jemanden "Neues" als Pfleger zu haben?

Und das Frauen nicht zum Bund müssen kann ich in der heutigen Situation wo kaum noch eine Frau ein Kind bekommt zumindest nicht vor 30... nicht wirklich nachvollziehn.
Und das es in Frankreich möglich ist 100% alle Kinder in einen Kindergarten (entspricht sogar einer Vorschule) aufzunehmen und in Deutschland nicht kann ich absolut nicht verstehn. Für allen möglichen Scheiß wird Geld verpulvert nur für sowas absolut notwendiges nicht. Da werden eher noch weiter Kindergärten geschlossen... Schon komisch das es dann so wenig Kinder gibt... ;)
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AurraSing
 
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